Ein ausgewachsener Hund besitzt 42 bleibende Zähne – das ist die biologische Norm für den Haushund (Canis lupus familiaris). Dieses vollständige Gebiss entwickelt sich in zwei klar definierten Phasen: zunächst das temporäre Milchzahngebiss mit 28 Zähnen im Welpenalter, dann der vollständige bleibende Zahnapparat, der den Hund als Karnivoren mit hochspezialisierten Zahntypen ausstattet. Die Anzahl der Zähne, ihre Funktion und ihre Pflege sind zentrale Aspekte der Hundegesundheit, die jeder Halter kennen sollte.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- • Ausgewachsene Hunde haben 42 Zähne – Welpen beginnen mit 28 Milchzähnen.
- • Der Zahnwechsel beginnt ab dem 3. Monat und ist meist mit 7 Monaten abgeschlossen.
- • Tägliches Zähneputzen mit Hundezahnpasta ist die effektivste Zahnpflege für Hunde.
„Das Gebiss des Hundes ist ein hochentwickeltes Werkzeug, das perfekt an seine evolutionären Bedürfnisse als Fleischfresser angepasst ist. Viele Halter unterschätzen, wie eng Zahngesundheit und Allgemeingesundheit zusammenhängen – Zahnerkrankungen können Herz, Niere und Leber ernsthaft belasten.“ – Dr. Martina Brückner, Fachtierärztin für Tierзаhnheilkunde und Oralchirurgie an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
Wie viele Zähne hat ein Hund?
Ein ausgewachsener, gesunder Hund hat 42 bleibende Zähne. Im Oberkiefer befinden sich 20 Zähne, im Unterkiefer 22 Zähne. Diese asymmetrische Verteilung ist charakteristisch für Karnivoren und funktional auf das Zerreißen und Zerkleinern von Fleisch ausgelegt.
Die Zahl 42 gilt als zoologischer Standard für den Haushund und wird in der Veterinärzahnheilkunde als vollständiges Gebiss bezeichnet. Einige Rassen – insbesondere brachyzephale Hunde wie Mops, Englische Bulldogge oder Französische Bulldogge – können aufgrund ihrer verkürzten Kieferstruktur Zahnfehlstellungen oder sogar fehlende Zähne aufweisen. Dies ist jedoch eine rassespezifische Anomalie, keine Norm.
Die Zahnformel des Hundes lautet wissenschaftlich: I 3/3, C 1/1, P 4/4, M 2/3. Das bedeutet: 3 Schneidezähne oben und unten, 1 Eckzahn oben und unten, 4 Vorbackenzähne oben und unten sowie 2 Backenzähne im Oberkiefer und 3 im Unterkiefer – jeweils pro Kieferhälfte. Diese Formel ergibt in der Summe 42 Zähne.
| Zahntyp | Oberkiefer | Unterkiefer | Gesamt |
|---|---|---|---|
| Schneidezähne (Incisivi) | 6 | 6 | 12 |
| Eckzähne (Canini) | 2 | 2 | 4 |
| Vorbackenzähne (Praemolares) | 8 | 8 | 16 |
| Backenzähne (Molares) | 4 | 6 | 10 |
| Gesamt | 20 | 22 | 42 |
Wie viele Zähne hat ein Hund als Welpe?
Ein Welpe kommt zahnlos zur Welt und entwickelt im ersten Lebensmonat sein erstes Milchzahngebiss mit insgesamt 28 Milchzähnen. Diese Zähne sind kleiner, spitzer und weißer als die bleibenden Zähne des erwachsenen Hundes.
Wann bekommt ein Welpe seine ersten Zähne?
Welpen bekommen ihre ersten Zähne im Alter von 3 bis 4 Wochen. Die Schneidezähne erscheinen zuerst, gefolgt von den Eckzähnen und schließlich den Vorbackenzähnen.
Der Durchbruch der Milchzähne ist ein natürlicher Entwicklungsprozess, der bei den meisten Welpen ohne größere Beschwerden verläuft. Mit etwa 6 bis 8 Wochen ist das vollständige Milchgebiss in der Regel vorhanden. In dieser Phase beginnen Welpen intensiv zu kauen – das Kauen ist ein natürlicher Reflex, der den Zahndurchbruch unterstützt. Halter sollten dem Welpen in dieser Phase geeignete Kauspielzeuge anbieten.
Wie viele Milchzähne hat ein Hund?
Ein Hund hat als Welpe 28 Milchzähne. Die Zahnformel des Welpen lautet: 3 Schneidezähne, 1 Eckzahn und 3 Vorbackenzähne pro Kieferhälfte oben und unten. Backenzähne existieren im Milchgebiss noch nicht.
Ein entscheidender Unterschied zum bleibenden Gebiss: Im Milchgebiss fehlen die echten Backenzähne (Molares) vollständig. Auch die vordersten Vorbackenzähne (P1) sind im Milchgebiss nicht vorhanden. Die Milchzähne sind biologisch nur als Übergangslösung konzipiert – ihre Wurzeln werden im Verlauf des Zahnwechsels aktiv vom Körper resorbiert, damit die bleibenden Zähne durchbrechen können.
Die Milchzähne des Hundes sind biologisch schärfer und spitzer als die bleibenden Zähne. Das ist funktional bedingt: Der Welpe muss mit dem Milchgebiss noch keine harten Knochen zerkleinern, aber präzise greifen und spielen. Die extreme Schärfe der Milchzähne ist auch der Grund, warum Bisse spielender Welpen besonders schmerzhaft wirken.
Wann wechselt ein Hund die Zähne?
Der Zahnwechsel beim Hund beginnt im Alter von etwa 3 bis 4 Monaten und ist in der Regel mit 6 bis 7 Monaten vollständig abgeschlossen. In dieser Zeit verliert der Hund alle 28 Milchzähne und entwickelt 42 bleibende Zähne.
In welchem Alter verliert ein Hund seine Milchzähne?
Hunde verlieren ihre Milchzähne zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat. Die Schneidezähne fallen zuerst aus (ca. 3.–4. Monat), gefolgt von den Eckzähnen (ca. 4.–5. Monat) und den Vorbackenzähnen (ca. 4.–6. Monat).
Die Reihenfolge des Zahnwechsels ist konsistent und folgt einem festgelegten biologischen Muster:
a) Schneidezähne: Zahnwechsel ab dem 3. Monat
b) Eckzähne: Zahnwechsel ab dem 4. bis 5. Monat
c) Vorbackenzähne: Zahnwechsel ab dem 4. bis 6. Monat
d) Backenzähne: Durchbruch der neuen Molaren (ohne Milchvorgänger) ab dem 5. bis 7. Monat
Viele Halter finden die ausgefallenen Milchzähne nicht, da Hunde sie häufig herunterschlucken – das ist völlig unbedenklich.
Wie lange dauert der Zahnwechsel beim Hund?
Der Zahnwechsel beim Hund dauert insgesamt 3 bis 4 Monate. Er beginnt typischerweise im 3. Lebensmonat und ist mit dem 6. bis 7. Monat abgeschlossen. Große Rassen wechseln die Zähne tendenziell etwas früher als kleine Rassen.
Während des Zahnwechsels kann der Hund folgende Symptome zeigen:
a) Verstärktes Kauen an Gegenständen
b) Leichtes Zahnfleischbluten
c) Vorübergehend erhöhter Speichelfluss
d) Leichte Reizbarkeit oder Unlust beim Fressen harter Kost
e) Sichtbare Lücken im Gebiss
Diese Symptome sind normal und klingen nach Abschluss des Zahnwechsels von selbst ab. Anhaltende Schmerzen, starkes Bluten oder Fressunlust über mehrere Tage sollten jedoch tierärztlich abgeklärt werden.
Welche Zahntypen hat ein Hund?
Das Hundegebiss besteht aus vier funktional unterschiedlichen Zahntypen: Schneidezähne (Incisivi), Eckzähne (Canini), Vorbackenzähne (Praemolares) und Backenzähne (Molares). Jeder Typ übernimmt eine spezifische Funktion beim Greifen, Reißen und Kauen.
Was sind Schneidezähne beim Hund?
Schneidezähne (Incisivi) sind die 12 kleinen Zähne an der Vorderseite des Kiefers – 6 oben, 6 unten. Sie dienen dem Abknabbern von Fleisch von Knochen, der Fellpflege und dem präzisen Greifen kleiner Objekte.
Die Schneidezähne sind beim gesunden Hund leicht dreizackig geformt (durch kleine Höckerchen, die sogenannten Tuberkula). Diese Dreizackstruktur nutzt sich mit dem Alter ab, was bei der Altersschätzung eines Hundes als Orientierungsmerkmal genutzt werden kann. Beim jungen Hund sind die Tuberkula deutlich erkennbar; mit zunehmendem Alter und Abnutzung verschwindet diese Struktur.
Was sind Eckzähne beim Hund?
Eckzähne (Canini) sind die 4 markanten, langen und kegelförmigen Zähne an den Kieferecken – je einer oben und unten pro Seite. Sie sind die stärksten Zähne des Hundes und dienen dem Festhalten, Greifen und Töten von Beute.
Die Eckzähne besitzen die längsten Zahnwurzeln im gesamten Gebiss. Beim ausgewachsenen Hund sind sie tief im Kieferknochen verankert. Sie sind das evolutionäre Erkennungsmerkmal des Karnivoren und spielen auch bei der Körpersprache eine Rolle: Das Entblößen der Eckzähne ist ein klares Drohsignal.
Was sind Backenzähne beim Hund?
Backenzähne umfassen sowohl Vorbackenzähne (Praemolares) als auch echte Backenzähne (Molares). Zusammen bilden sie den hinteren Kauapparat mit insgesamt 26 Zähnen und dienen dem Zerkleinern und Mahlen von Nahrung.
Die Vorbackenzähne (16 insgesamt) haben eine spitze, schneidende Form und helfen beim Zerteilen von Fleisch und Knorpel. Die echten Backenzähne (10 insgesamt) sind flacher und breiter – sie sind auf das Zermalmen härterer Strukturen wie Knochen ausgelegt. Zusammen bilden Vor- und Backenzähne den funktionalen Kauapparat des Hundes.
Was ist der Reißzahn beim Hund?
Der Reißzahn (Carnassialzahn) ist der größte und funktional bedeutendste Zahn des Hundes. Es handelt sich um den vierten Vorbackenzahn im Oberkiefer (P4) und den ersten Backenzahn im Unterkiefer (M1) – sie wirken zusammen wie eine Schere.
Der Reißzahn ist das evolutionäre Herzstück des Hundegebisses. Sein Name leitet sich von seiner Funktion ab: Er reißt und schneidet Fleisch und Sehnen mit scherenartiger Präzision. Tierärzte schenken dem Reißzahn bei der Zahnuntersuchung besondere Aufmerksamkeit, da er aufgrund seiner Größe und seiner tiefen Dreiwurzel-Verankerung besonders anfällig für Wurzelentzündungen und Frakturen ist.
Eine Fraktur des Reißzahns gehört zu den häufigsten zahnärztlichen Notfällen beim Hund. Harte Kauknochen aus dem Handel, Hirschgeweih oder Eisknochen können den Reißzahn brechen – ein schmerzhafter Zustand, der schnell zu einer Wurzelentzündung führt. Tierärzte empfehlen die sogenannte „Fingernagel-Regel“: Wenn ein Kauobjekt zu hart ist, um damit auf Ihren eigenen Fingernagel zu drücken ohne dass es nachgibt, ist es für den Hund zu hart.
Wie sieht ein gesundes Gebiss beim Hund aus?
Ein gesundes Hundegebiss zeigt weißes bis leicht gelbliches Zahnschmelz, rosafarbenes und fest anliegendes Zahnfleisch, keinen Zahnstein, keinen Mundgeruch und eine korrekte Bissstellung. Die Zähne stehen gleichmäßig und ohne Lücken oder Fehlstellungen.
Woran erkenne ich gesunde Hundezähne?
Gesunde Hundezähne erkennst du an sauberem Zahnschmelz ohne Verfärbungen, festem rosafarbenen Zahnfleisch und neutralem Atemgeruch. Zahnstein, Rötungen, Schwellungen oder übler Mundgeruch sind Warnsignale.
Die wichtigsten Merkmale gesunder Hundezähne im Überblick:
a) Zahnfarbe: Weiß bis cremeweiß, leichte Gelbfärbung bei älteren Hunden ist normal
b) Zahnfleisch: Hellrosa, fest und eng anliegend – nicht gerötet, geschwollen oder zurückgezogen
c) Atemgeruch: Neutral bis leicht säuerlich – kein fauliger oder süßlicher Geruch
d) Zahnstein: Nicht vorhanden oder minimal – bräunlich-gelbe Ablagerungen sind ein Problemzeichen
e) Zahnoberfläche: Glatt und intakt – keine Risse, Absplitterungen oder dunkle Flecken
Was ist ein Scherengebiss beim Hund?
Das Scherengebiss ist die optimale und natürliche Bissstellung des Hundes: Die oberen Schneidezähne liegen dabei knapp vor den unteren Schneidezähnen, ähnlich einer Schere. Diese Stellung ermöglicht maximale Beißkraft und minimalen Abrieb.
Das Scherengebiss ist der Zuchtstandard bei nahezu allen Hunderassen. Abweichungen davon sind:
a) Vorgebiss (Progenie/Vorbiss): Unterkiefer steht vor dem Oberkiefer – typisch bei Mops, Bulldogge
b) Rückgebiss (Retrognathie): Oberkiefer steht weit vor dem Unterkiefer – kann zu Kauproblemen führen
c) Zangengebiss: Ober- und Unterkiefer treffen genau aufeinander – erhöhter Abrieb
d) Kreuzgebiss: Einzelne Zähne des Unterkiefers stehen vor denen des Oberkiefers
Abweichungen vom Scherengebiss sind bei manchen Rassen zuchtbedingt vorgesehen (z.B. Brachyzephalen), können aber zu funktionellen Problemen führen.
Welche Zahnprobleme kommen bei Hunden häufig vor?
Die häufigsten Zahnprobleme bei Hunden sind Zahnstein, Parodontitis, Zahnfrakturen und persistierende Milchzähne. Studien zeigen, dass über 80% der Hunde ab dem 3. Lebensjahr an einer Form von Zahnerkrankung leiden – oft unbemerkt vom Halter.
Was sind Anzeichen für Zahnschmerzen beim Hund?
Hunde zeigen Zahnschmerzen oft nicht offensichtlich. Typische Anzeichen sind einseitiges Kauen, Fressunlust, Mundpfoten, Reizbarkeit beim Berühren des Mauls und fauliger Mundgeruch. Viele Hunde fressen trotz starker Zahnschmerzen weiter.
Folgende Symptome sollten dich alarmieren:
a) Einseitiges Kauen oder Bevorzugung einer Kieferseite
b) Herabfallen von Futter aus dem Maul
c) Zögern vor dem Fressen, besonders bei hartem Futter
d) Reiben des Mauls an Gegenständen oder Boden
e) Sichtbare Schwellung unter dem Auge (Hinweis auf Reißzahnwurzel-Abszess)
f) Verfärbter (grauer oder brauner) Zahn
g) Allgemeine Lethargie und Wesensveränderung
Eine Schwellung unter dem Auge ist ein klassisches Warnsignal für einen Wurzelabszess des oberen Reißzahns (P4). Die Wurzelspitzen dieses Zahns liegen anatomisch direkt unter dem Auge. Ohne Behandlung kann sich ein solcher Abszess durch die Haut nach außen öffnen oder sich systemisch ausbreiten und innere Organe schädigen.
Was passiert wenn Milchzähne beim Hund nicht ausfallen?
Fallen Milchzähne nicht aus, spricht man von persistierenden Milchzähnen. Der bleibende Zahn bricht neben dem Milchzahn durch, was zu Fehlstellungen, Zahnfleischentzündungen, erhöhtem Zahnsteinrisiko und Kieferproblemen führt. Der Tierarzt muss den Milchzahn dann chirurgisch entfernen.
Besonders häufig betroffen sind kleine Rassen wie Yorkshire Terrier, Chihuahua, Malteser und Zwergspitz. Bei diesen Rassen sollte der Zahnwechsel zwischen dem 4. und 7. Monat engmaschig beobachtet werden. Stehen Milch- und bleibender Zahn gleichzeitig im Kiefer (sog. „Doppelzahn“), ist sofortiger Tierarztbesuch notwendig.
Wie pflege ich die Zähne meines Hundes richtig?
Die Grundlage der Hundezahnpflege ist das regelmäßige Zähneputzen mit einer Hundezahnbürste und enzymatischer Hundezahnpasta. Ergänzend wirken Zahnpflegekauartikel, Dentalsprays und eine tierärztliche Zahnreinigung unter Narkose bei Bedarf.
Wie oft sollte ich die Zähne meines Hundes putzen?
Tierärzte empfehlen das tägliche Zähneputzen als Goldstandard der Hundezahnpflege. Mindestens 3-mal pro Woche ist notwendig, um Zahnsteinbildung wirksam zu verhindern. Seltener als dreimal wöchentlich reicht nicht aus, um Plaque effektiv zu entfernen.
Tipps für die erfolgreiche Eingewöhnung:
a) Beginne früh – Welpen gewöhnen sich schneller ans Zähneputzen als erwachsene Hunde
b) Starte mit dem Finger und gehe schrittweise zur Bürste über
c) Nutze Hundezahnpasta mit attraktivem Geschmack (Huhn, Rindfleisch, Vanille)
d) Halte die ersten Putzsessions kurz (30–60 Sekunden) und steigere die Dauer langsam
e) Verbinde das Zähneputzen immer mit positiver Verstärkung (Lob, Leckerli danach)
Welche Zahnpflegeprodukte sind für Hunde geeignet?
Für Hunde sind speziell entwickelte Zahnbürsten mit weichen Borsten, enzymatische Hundezahnpasta und Fingerlingsbürsten geeignet. Menschliche Zahnpasta ist für Hunde giftig und darf niemals verwendet werden.
Geeignete Zahnpflegeprodukte im Überblick:
a) Hundezahnbürsten: Mit 45-Grad-Winkelkopf für bessere Erreichbarkeit der hinteren Zähne
b) Enzymatische Zahnpasta: Enthält Enzyme, die Bakterien abbauen – kein Ausspülen nötig
c) Fingerlingsbürsten: Ideal für die Eingewöhnung und für kleine Hunde
d) Dentalsprays und -gele: Als Ergänzung, ersetzen aber nicht das Bürsten
e) Zahnpflegetücher: Praktisch für unterwegs, weniger effektiv als Bürsten
Welche Leckerlis und Kauspielzeuge helfen bei der Zahnpflege?
Dentalkaustangen, gepresste Rinderhaut-Kauknochen, spezielle Zahnpflegekekse und robuste Gummispielzeuge unterstützen die mechanische Reinigung der Zähne. Sie ersetzen jedoch nicht das Bürsten, sondern ergänzen die Zahnpflege sinnvoll.
Empfehlenswerte Optionen:
a) VOHC-zertifizierte Dentalprodukte (Veterinary Oral Health Council): Wissenschaftlich bestätigte Wirksamkeit
b) Rohe Karotten oder Fenchel: Natürliche mechanische Reinigung, kalorienarm
c) Zahnpflegekaustreifen (z.B. Greenies, Pedigree Dentastix): Reduzieren nachweislich Zahnsteinbildung
d) Kautoys aus Naturkautschuk (z.B. Kong): Sicher und langlebig, stimulieren den Speichelfluss
e) Getrocknete Rinderkopfhaut oder Ochsenziemer: Natürliche, lange Kausession
| Pflegemaßnahme | Häufigkeit | Effektivität | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Zähneputzen | Täglich | ★★★★★ | Goldstandard |
| Dentalkaustangen | Täglich | ★★★☆☆ | Ergänzung, kein Ersatz |
| Dentalspray/-gel | Täglich | ★★☆☆☆ | Nur ergänzend |
| Kautoys/Kaustangen | Mehrmals/Woche | ★★★☆☆ | Nicht zu hart |
| Professionelle Reinigung | 1–2x jährlich | ★★★★★ | Unter Narkose |
Wann sollte ich mit meinem Hund zum Tierarzt für eine Zahnreinigung?
Ein Tierarztbesuch für eine professionelle Zahnreinigung ist spätestens notwendig, wenn sichtbarer Zahnstein, Zahnfleischentzündung, Mundgeruch oder Zahnschmerzen auftreten. Als Vorsorge empfehlen Tierärzte eine jährliche Gebissuntersuchung ab dem 2. Lebensjahr.
Konkrete Anlässe für einen Tierarztbesuch wegen der Zähne:
a) Sichtbarer brauner oder gelber Zahnsteinbelag, der sich nicht durch Putzen entfernen lässt
b) Gerötetes, geschwollenes oder blutendes Zahnfleisch
c) Anhaltender, fauliger Mundgeruch trotz regelmäßiger Zahnpflege
d) Sichtbar gebrochene oder stark verfärbte Zähne
e) Fressunlust, einseitiges Kauen oder Mundpfoten
f) Persistierende Milchzähne ab dem 6. Lebensmonat
g) Sichtbare Schwellung im Gesichtsbereich des Hundes
Die professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt (Ultraschall-Prophylaxe) findet unter Vollnarkose statt – das ist bei Hunden zwingend notwendig, da nur so eine gründliche Reinigung ober- und unterhalb des Zahnfleischrandes möglich ist. Das Narkoserisiko ist bei gesunden Hunden mit moderner Anästhesie sehr gering und steht in keinem Verhältnis zu den Risiken unbehandelter Zahnerkrankungen.
„Wir empfehlen jedem Hundehalter, ab dem zweiten Lebensjahr seines Hundes jährlich eine veterinärzahnmedizinische Kontrolle einzuplanen – unabhängig davon, ob Symptome sichtbar sind oder nicht. Viele schwere Zahnerkrankungen entwickeln sich schleichend und werden erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt.“ – Dr. Stefan Vogelmeier, Fachtierarzt für Kleintiere und Spezialist für Veterinärzahnmedizin, München.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viele Zähne hat ein ausgewachsener Hund?
Ein ausgewachsener Hund hat 42 bleibende Zähne. Davon befinden sich 20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer. Die Zähne setzen sich zusammen aus 12 Schneidezähnen, 4 Eckzähnen, 16 Vorbackenzähnen und 10 Backenzähnen.
Wie viele Milchzähne hat ein Welpe?
Ein Welpe hat 28 Milchzähne. Das Milchgebiss besteht aus Schneidezähnen, Eckzähnen und Vorbackenzähnen – Backenzähne (Molares) sind im Milchgebiss noch nicht vorhanden. Mit etwa 6 bis 8 Wochen ist das Milchgebiss vollständig.
Ab wann wechseln Hunde die Zähne?
Hunde beginnen mit dem Zahnwechsel ab dem 3. bis 4. Lebensmonat. Mit 6 bis 7 Monaten ist der Wechsel in der Regel vollständig abgeschlossen. Kleine Rassen wechseln die Zähne tendenziell etwas später als große Rassen.
Darf ich menschliche Zahnpasta für meinen Hund verwenden?
Nein. Menschliche Zahnpasta enthält Fluorid und häufig Xylit – beides ist für Hunde giftig. Xylit kann bei Hunden zu lebensbedrohlicher Unterzuckerung und schwerem Leberversagen führen. Ausschließlich speziell für Hunde entwickelte Zahnpasta verwenden.
Was tun wenn mein Hund Zahnschmerzen hat?
Bei Verdacht auf Zahnschmerzen – erkennbar an Fressunlust, einseitigem Kauen, Mundpfoten oder Schwellungen im Gesicht – sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Zahnschmerzen beim Hund bessern sich ohne Behandlung nicht von selbst und können sich zu ernsthaften Infektionen entwickeln.
Fazit
Das Hundegebiss ist ein hochspezialisiertes biologisches System: 28 Milchzähne im Welpenalter, 42 bleibende Zähne im Erwachsenenalter, vier funktional distinkte Zahntypen und ein Zahnwechsel, der zwischen dem 3. und 7. Lebensmonat stattfindet. Das Wissen über Aufbau, Entwicklung und mögliche Probleme des Hundegebisses ist keine akademische Spezialkenntnis – es ist praktische Grundlage für eine verantwortungsvolle Hundehaltung. Tägliches Zähneputzen, geeignete Kauprodukte und jährliche tierärztliche Kontrollen sind keine optionalen Extras, sondern notwendige Bestandteile der Grundversorgung. Unbehandelte Zahnerkrankungen betreffen nicht nur Maul und Kiefer – sie belasten Herz, Niere und Leber und verkürzen nachweislich die Lebenserwartung des Hundes. Wer die Zähne seines Hundes pflegt, investiert direkt in seine Lebensqualität und Gesundheit.