Malteser: Rasseporträt, Charakter, Pflege und Gesundheit

Der Malteser ist eine kleine, weißhaarige Hunderasse aus dem Mittelmeerraum mit langer Geschichte als Begleithund, einer Schulterhöhe von 20–25 cm und einem Gewicht von 3–4 kg. Er gilt als anhänglich, intelligent und temperamentvoll, gehört aber durch sein langes Fell zu den pflegeintensivsten Kleinrassen. Mit guter Sozialisierung passt er gut in Stadt- und Familienleben, braucht aber tägliche Bürste und liebevolle Erziehung.

Stand: Juni 2026 · Tierärztlich geprüft und mit aktuellen Quellen recherchiert.
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Aktualisiert
Stand Juni 2026

Woher kommt der Malteser?

Trotz des Namens stammt der Malteser nicht zwingend von Malta. Die Rasse zählt zu den ältesten dokumentierten Begleithunden Europas — Darstellungen auf griechischen Vasen sind über 2.500 Jahre alt. Plinius der Ältere beschrieb sie als „Melitaei“, was sich auf Inseln im Mittelmeer beziehen kann. Ob Malta, eine andere Mittelmeerinsel oder ein altes Bezeichnungssystem die Wurzel ist, lässt sich heute nicht mehr eindeutig klären.

Was sicher ist: Der Malteser war über Jahrhunderte ein Hund der gehobenen Gesellschaft, beliebt bei Adel und Aristokratie. Heute ist er eine der meistgehaltenen Kleinrassen weltweit.

Wie groß und schwer wird ein Malteser?

Rassestandard nach FCI (Fédération Cynologique Internationale):

  • Schulterhöhe: Rüden 21–25 cm, Hündinnen 20–23 cm
  • Gewicht: 3–4 kg, manchmal bis 5 kg
  • Lebenserwartung: 12–15 Jahre, häufig länger

Wichtig zu wissen: Sehr kleine Exemplare unter 2 kg („Teacup Malteser“) sind Züchtungsauswüchse mit massiven Gesundheitsproblemen — bei seriösen Züchtern nicht zu finden.

Welcher Charakter prägt den Malteser?

Drei Eigenschaften beschreiben ihn am besten:

Anhänglich und menschenbezogen. Der Malteser bindet sich eng an seine Bezugspersonen und ist nur ungern allein. Trennungsstress ist eines der häufigsten Verhaltensprobleme der Rasse.

Intelligent und lernfreudig. Er lernt Tricks und Kommandos schnell — wer das Training konsequent angeht, hat einen sehr aufmerksamen kleinen Schüler vor sich.

Temperamentvoll und mutig. Trotz kleiner Statur zeigt der Malteser kein duckmäuserisches Verhalten — er bellt gerne Fremde an und versucht, größere Hunde zu beeindrucken. Konsequente Erziehung verhindert, dass das in Reaktivität kippt.

Wie pflege ich das Fell richtig?

Das weiße, seidige Haar ohne Unterwolle ist das Markenzeichen — und gleichzeitig der größte Pflegeaufwand. Reinrassige Malteser haaren kaum, sind aber kein „Allergiker-Hund“ im strengen Sinn (kein Hund ist wirklich allergikersicher).

Was tägliche Routine wird:

  • Bürste täglich mit einer weichen Naturhaarbürste oder feinem Kamm — sonst entstehen Verfilzungen, die schmerzhaft zu entfernen sind
  • Augenbereich täglich säubern — der Tränenfluss verfärbt das weiße Fell unschön braun (sogenannte Tränenstein-Bildung)
  • Badzeit alle 2–4 Wochen mit mildem Hundeshampoo — bei starkem Verschmutzen häufiger
  • Trimmen alle 6–8 Wochen beim Hundefriseur oder selbst, vor allem rund um Augen, Ohren, Pfoten und Bauch
  • Ohren kontrollieren — durch das lange Fell rund um den Gehörgang sammelt sich Feuchtigkeit, das fördert Ohrenentzündungen

Viele Halter entscheiden sich für eine kürzere Sommerfrisur — das spart enorm Zeit, ohne den Charakter des Hundes zu verändern.

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Welche Krankheiten kommen beim Malteser häufig vor?

Wie bei jeder Rasse gibt es Prädispositionen, die du kennen solltest:

1. Patella-Luxation

Die Kniescheibe rutscht aus ihrer Führung. Sehr typisch für alle kleinen Rassen. Zeigt sich als hüpfender Gang oder kurzes Anheben eines Hinterbeins. Frühzeitige tierärztliche Abklärung verhindert Spätschäden — bei stärkeren Graden hilft eine OP.

2. Tränenstein-Bildung

Verstopfte Tränenkanäle führen zu Überlaufen — das Fell verfärbt sich rostbraun. Tägliche Reinigung mit lauwarmem Wasser oder speziellen Augenreinigungs-Tüchern hilft. Bei chronischer Verstopfung kann der Tierarzt die Tränenkanäle spülen.

3. Zahnprobleme

Kleine Rassen haben oft zu enges Gebiss — Zahnstein und Zahnfleischentzündung sind frühzeitig häufig. Wöchentliches Zähneputzen plus Zahnpflege-Snacks reduzieren das Risiko deutlich.

4. Hypoglykämie bei Welpen

Unterzuckerung kann bei sehr kleinen Welpen lebensbedrohlich sein. Daher: erste Wochen 4–5 kleine Mahlzeiten täglich, niemals länger als 4–5 Stunden zwischen den Fütterungen.

5. Trachealkollaps

Wie bei vielen Kleinrassen — die Knorpelringe der Luftröhre werden mit dem Alter weicher. Brustgeschirr statt Halsband*, Gewichtskontrolle und ruhige Spaziergänge sind Schutzfaktoren.

Wie viel Bewegung braucht ein Malteser?

Trotz kleiner Statur ist der Malteser kein Sofatier — er braucht täglich:

  • 2–3 Spaziergänge von 20–40 Minuten
  • Geistige Auslastung mit Tricks, Suchspielen, Schnüffelteppichen
  • Kontakt zu anderen Hunden, wenn er sozialisiert ist

Was er nicht braucht: stundenlange Wanderungen oder Joggen. Bei Hitze über 25°C lieber kürzere, häufigere Runden in den kühleren Tageszeiten.

Passt der Malteser zu Familien mit Kindern?

Grundsätzlich ja — mit Einschränkungen:

  • Kleine Kinder unter 6 Jahren sind problematisch, weil sie die zarte Statur des Maltesers unterschätzen. Rasch ist das Tier durch grobe Berührung oder einen Fall verletzt
  • Schulkinder ab 7 Jahren verstehen meist, wie man mit dem kleinen Hund umgeht und können auch erste Trainings-Sessions begleiten
  • Wichtige Regel: Kinder lernen vom ersten Tag, dass Malteser kein Spielzeug ist — und dass der Hund seinen Rückzugsplatz haben muss

Bei guter Sozialisierung wird der Malteser ein loyaler Familienhund, der mit allen warm wird.

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Wie erziehe ich einen Malteser richtig?

Trotz seines Charmes braucht der Malteser klare Erziehung — sonst entwickeln sich typische „Kleinhund-Probleme“:

  1. Konsequente Welpenerziehung ab Einzug — Stubenreinheit, Beißhemmung, Alleinbleiben in Mini-Dosen üben
  2. Welpenschule besuchen — Sozialisierung mit anderen Hunden verhindert Reaktivität in der Pubertät
  3. Bellen nicht versehentlich belohnen — wenn der Hund jeden Klingelnden anbellt und du ihn dabei hochnimmst zum Beruhigen, lernt er: Bellen = Aufmerksamkeit
  4. Klare Routinen — feste Fütterungszeiten, festen Schlafplatz, vorhersagbare Spaziergänge geben Sicherheit
  5. Geduldig bleiben — der Malteser ist klug, aber auch eigensinnig. Mit positiver Verstärkung statt Druck arbeiten

Was kostet ein Malteser?

Aktuelle Marktpreise:

  • Welpe vom seriösen Züchter: 1.500–2.500 €, vereinzelt darüber bei Champion-Linien
  • Tierschutz / Auslandstierhilfe: 350–600 € Schutzgebühr
  • Monatliche Haltungskosten: ca. 80–150 € für Futter, Versicherung, Pflege, Versorgung
  • Friseur: 40–80 € alle 6–8 Wochen, falls nicht selbst getrimmt
  • Tierarzt im Schadensfall: Patella-OP ab 800 €, Zahnsanierung 200–500 €

Eine OP-Versicherung ist bei dieser Rasse durchaus empfehlenswert — vor allem wegen der Patella-Luxations-Häufigkeit*.

Malteser-FAQ

Bellen Malteser viel? Ja, sie sind als Wachhund-Erbe sehr bellfreudig. Konsequente Erziehung mit Anti-Bell-Training reduziert das deutlich.

Verträgt der Malteser andere Hunde? Bei guter Sozialisierung problemlos. Wird er als Welpe unterfordert oder isoliert, kann er ängstlich oder aggressiv gegenüber großen Hunden werden.

Kann ein Malteser in einer Wohnung leben? Ja, das ist sogar seine bevorzugte Umgebung. Wichtig ist nur, dass er mehrmals täglich raus kann und genug geistige Auslastung bekommt.

Sind Malteser allergikerfreundlich? Sie haaren weniger als die meisten Rassen, aber kein Hund ist wirklich hypoallergen. Allergiker sollten vor der Anschaffung einen Probetag beim Züchter machen.

Quellen

  • Fédération Cynologique Internationale (FCI) — Rassestandard Maltesischer Hund (Nr. 65), Revision 2024
  • Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) — Rasseporträt Malteser, Stand 2025
  • Veterinärmedizinische Universität Wien — Skriptum rassetypische Erkrankungen Kleinhunde, 2024/25
  • European Society of Veterinary Orthopaedics — Konsensus-Statement Patella-Luxation bei Kleinrassen, 2024
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